Abschlussprüfung

Das Rechnungswesen und die damit verbundenen Tätigkeiten rund um den Jahresabschluss von Unternehmen haben eine Vielzahl von Anforderungen zu erfüllen. Die Zahlen und Berichte, die daraus resultieren, müssen rechtskonform sein, damit rechtliche Sanktionen vermieden werden. Zudem hat der Jahresabschluss auch die Funktion, den Unternehmenserfolg zu bewerten und hieraus eine Strategie für die Zukunft ausrichten zu können.

Was ist eine Jahresabschlussprüfung?

Eine Jahresabschlussprüfung ist eine Prüfung des Jahresabschlusses eines Unternehmens, die am Ende des Geschäftsjahres durchgeführt wird. Die Prüfung wird von einem Abschlussprüfer, in der Regel einem Wirtschaftsprüfer, durchgeführt und soll sicherstellen, dass der Jahresabschluss in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften, der Satzung und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung erstellt wurde.

Die Prüfung ist besonders wichtig, da sie Transparenz und Vertrauen in die finanzielle Berichterstattung des Unternehmens schafft. Bei Kapitalgesellschaften und bestimmten anderen Unternehmen ist die Jahresabschlussprüfung gesetzlich vorgeschrieben, wenn sie bestimmte Größenkriterien erfüllen. Der Abschlussprüfer gibt am Ende der Prüfung einen Bestätigungsvermerk oder einen Versagungsvermerk ab, je nachdem, ob der Jahresabschluss den Anforderungen entspricht oder nicht.

Ein Mann im Anzug schreibt auf einem Whiteboard, während drei Kollegen, zwei Männer und eine Frau, an einem Tisch in einem hellen, eleganten Besprechungsraum mit Kronleuchter sitzen und ihn beobachten.

Warum und wann sollte bzw. muss ich einen Abschlussprüfer beauftragen?

Eine freiwillige Jahresabschlussprüfung, die Sie eigeninitiativ beauftragen, hat einen ähnlichen Umfang wie eine gesetzliche Jahresabschlussprüfung. Durch die freiwillige Prüfung können Sie Banken und Gesellschafter von der Richtigkeit des von Ihnen Aufgestellten und dann geprüften Jahresabschluss überzeugen.

Die gesetzliche Jahresabschlussprüfung nach § 316 HGB ist für alle Kapitalgesellschaften und ihnen nach § 264a HGB gleichgestellten Personengesellschaften verpflichtend, wenn die Gesellschaft als mittelgroße oder große Kapitalgesellschaft einzuordnen ist.

Durch die Prüfung und Testierung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer ist der aufgestellte Jahresabschluss als Informationsquelle verlässlicher als ohne Prüfung.

Wie läuft eine Jahresabschlussprüfung ab?

Bei der Prüfung von Jahresabschlüssen wendet der Wirtschaftsprüfer einen risikoorientierten Prüfungsansatz an. Hierbei geht es darum, mögliche Risiken zu erkennen und aufzudecken. Diese werden ausgehend von der Branche, der Unternehmensgröße oder wirtschaftlichen Struktur des Unternehmens ermittelt. Einen weiteren Einfluss hierauf haben unter anderem interne Prozesse, die Unternehmensstruktur oder die Geschäftspartner des Unternehmens.  Der Prüfer analysiert zunächst die inhärenten Risiken im Unternehmen und bewertet das interne Kontrollsystem. Basierend darauf plant er Prüfungshandlungen, um mit hinreichender Sicherheit sein Prüfungsurteil abgeben zu können.

Wie ist der Umfang einer Jahresabschlussprüfung?

Der Umfang der Prüfung ist individuell. Er hängt neben Unternehmensgröße und -branche auch von der Qualität des Rechnungswesens ab. Man kann grundsätzlich sagen: Je besser, transparenter und professioneller Ihr Rechnungswesen aufgestellt ist, desto zügiger kann die Prüfung abgewickelt werden.

Konzernabschlussprüfung

Ein Konzernabschluss ist ein Jahresabschluss eines Konzerns. Indem er die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Konzerns darstellt, soll er sowohl den Angehörigen des Konzerns als auch externen Adressaten zur Information und zur Entscheidungsfindung dienen. Zur Erstellung des Konzernabschlusses werden zunächst die Einzelabschlüsse der Konzernunternehmen vereinheitlicht und zu einem Summenabschluss zusammengeführt. Dieser wird anschließend durch Konsolidierungsmaßnahmen um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Konzernunternehmen bereinigt. Nach der Einheitsfiktion ist ein Konzernabschluss so darzustellen, als ob der Konzern ein einheitliches Unternehmen wäre.
Der Konzernabschluss wird zusätzlich um eine Kapitalflussrechnung und eine Eigenkapitalveränderungsrechnung ergänzt.
Dieser Konzernabschluss wird dann anschließend nach den gleichen Grundsätzen wie denen der Jahresabschlussprüfung von einem Wirtschaftsprüfer geprüft.

FAQ – Jahresabschlussprüfung

Was ist eine Jahresabschlussprüfung und wann ist sie gesetzlich vorgeschrieben?

Die Jahresabschlussprüfung ist die unabhängige Kontrolle des Jahresabschlusses und Lageberichts durch einen Wirtschaftsprüfer. Sie ist für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften nach HGB verpflichtend. Ziel ist unter anderem die Bestätigung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung.

Welche Unternehmen sind prüfungspflichtig?

Prüfungspflichtig sind Kapitalgesellschaften, die bestimmte Größenkriterien nach § 267 HGB erfüllen. Dazu zählen GmbH, AG, Genossenschaften und Kapitalgesellschaften gleichgestellte Personengesellschaften ab einer bestimmten Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Mitarbeiterzahl.

Was wird bei einer Jahresabschlussprüfung genau geprüft?

Geprüft werden Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht sowie die zugrunde liegenden Buchhaltungsunterlagen. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.

Wie läuft eine Jahresabschlussprüfung ab?

Eine Jahresabschlussprüfung verläuft typischerweise in drei Phasen: Planung, Durchführung und Berichterstattung. Zunächst wird das Unternehmen und seine Risiken analysiert, dann werden Prüfungsnachweise durch Stichproben und Analysen erhoben, und abschließend erfolgt die Beurteilung sowie die Erstellung des Prüfungsberichts mit dem Bestätigungsvermerk.

Was ist der Unterschied zwischen einer freiwilligen und einer gesetzlichen Jahresabschlussprüfung?

Eine gesetzliche Jahresabschlussprüfung ist für bestimmte Unternehmen wie mittelgroße und große Kapitalgesellschaften vorgeschrieben und muss von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden. Eine freiwillige Prüfung erfolgt hingegen ohne gesetzliche Verpflichtung, meist zur Erhöhung der Transparenz oder zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit.

Welche Unterlagen müssen für die Jahresabschlussprüfung bereitgestellt werden?

Für die Jahresabschlussprüfung müssen Unterlagen wie die vollständige Buchführung, Inventarlisten, Kontoauszüge, Verträge sowie Steuererklärungen und Vorjahresabschlüsse bereitgestellt werden. Zusätzlich werden oft Protokolle, Prozessbeschreibungen, Nachweise zu Rückstellungen und Bewertungsunterlagen benötigt.

Wie lange dauert eine Jahresabschlussprüfung in der Regel?

Eine Jahresabschlussprüfung dauert in der Regel mehrere Tage bis einige Wochen, abhängig von der Unternehmensgröße und der Komplexität der Geschäftsvorfälle. Bei kleinen Unternehmen kann sie innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein, während größere Unternehmen oft mehrere Monate benötigen.

Welche Kosten entstehen bei einer Jahresabschlussprüfung?

Die Kosten einer Jahresabschlussprüfung hängen von der Unternehmensgröße, der Komplexität und dem Prüfungsaufwand ab. Für kleine Unternehmen beginnen sie oft bei einigen tausend Euro, während bei großen Gesellschaften Beträge im hohen fünfstelligen Bereich üblich sind.

Welche Rolle spielt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung?

Der Wirtschaftsprüfer übernimmt die Prüfung des Jahresabschlusses, um sicherzustellen, dass er den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Lage des Unternehmens vermittelt. Er erstellt einen Prüfungsbericht und erteilt einen Bestätigungsvermerk, der Vertrauen bei Gesellschaftern, Banken und Investoren schafft.

Was passiert, wenn bei der Jahresabschlussprüfung Unstimmigkeiten festgestellt werden?

Wenn bei der Jahresabschlussprüfung Unstimmigkeiten festgestellt werden, fordert der Wirtschaftsprüfer zunächst Erläuterungen oder zusätzliche Unterlagen vom Unternehmen an. Bleiben die Differenzen bestehen und werden nicht vom Unternehmen korrigiert, kann der Bestätigungsvermerk eingeschränkt oder auch versagt werden.  Einen Hinweis auf Mängel können im Prüfungsbericht aufgenommen werden.

Welche Vorteile hat eine freiwillige Jahresabschlussprüfung für Unternehmen?

Eine freiwillige Jahresabschlussprüfung bietet Unternehmen den Vorteil, Vertrauen bei Banken, Investoren und Geschäftspartnern zu stärken und die Kreditwürdigkeit zu verbessern. Zudem können interne Prozesse und die Qualität der Finanzdaten überprüft werden, was Risiken frühzeitig aufdeckt und die Unternehmenssteuerung unterstützt.

Wie wird das Prüfungsurteil (“Bestätigungsvermerk”) erstellt und was bedeutet es?

Der Bestätigungsvermerk wird vom Wirtschaftsprüfer nach Abschluss der Prüfung erstellt und gibt an, ob der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. Ein uneingeschränkter Vermerk bedeutet volle Zustimmung, während Einschränkungen oder Versagungen auf festgestellte Mängel hinweisen.

Welche Anforderungen stellt das HGB an die Durchführung einer Jahresabschlussprüfung?

Das HGB schreibt in §§ 316–324a HGB vor, dass mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (sowie bestimmte Personengesellschaften) ihren Jahresabschluss und Lagebericht durch einen unabhängigen Abschlussprüfer prüfen lassen müssen. Der Prüfungsumfang umfasst Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht und Buchführung, wobei geprüft wird, ob alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten und ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt wird. Abschließend ist ein Prüfungsbericht mit Bestätigungsvermerk zu erstellen.

Wie unterscheidet sich die Jahresabschlussprüfung bei einer GmbH, GmbH & Co. KG, AG oder Genossenschaft?

Die Jahresabschlussprüfung ist bei allen Rechtsformen grundsätzlich ähnlich, da sie den HGB-Vorschriften folgt, jedoch unterscheiden sich die Anforderungen je nach Rechtsform und Größe. Bei einer AG ist zum Beispiel zusätzlich die Prüfung eines Abhängigkeitsberichts erforderlich, während bei Genossenschaften auch die Einhaltung genossenschaftlicher Vorschriften geprüft wird.

Welche Bedeutung hat die Jahresabschlussprüfung für Banken und Investoren? 

Die Jahresabschlussprüfung ist für Banken und Investoren wichtig, weil sie die Verlässlichkeit der Finanzdaten bestätigt und damit die Grundlage für Kreditentscheidungen und Investitionen schafft.

Philipp Wünsch und Andreas Selmer (v.l.) in Anzügen sitzen eng beieinander, hören aufmerksam zu und führen ein Gespräch mit einer dritten, nicht sichtbaren Person, die etwas verschwommen im Vordergrund zu sehen ist. Sie alle führen miteinander eine Besprechung.

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